Drei von vier Kanzleien nennen den Fachkräftemangel als ihre größte operative Herausforderung. Das ist kein Branchenklischee. Das ist die Realität in deutschen Steuer- und Rechtskanzleien – und sie wird in den nächsten Jahren nicht besser.
Die Frage ist nicht mehr, ob der Mangel real ist. Die Frage ist, was Kanzleien konkret dagegen tun können – und was nicht hilft.
Die Zahlen: Wie ernst ist die Lage wirklich?
Der Mangel an Steuerfachangestellten ist strukturell, nicht konjunkturell. Ein paar Zahlen, die das belegen:
| Faktor | Entwicklung | Auswirkung auf Kanzleien |
|---|---|---|
| Ausbildungszahlen StFa | Seit 2010 rückläufig | Weniger Nachwuchs, schmalerer Markt |
| Demografiewandel | Welle an Renteneintritten ab 2025 | Erfahrene Kräfte fallen weg, kaum Ersatz |
| Branchenwechsel nach 5 Jahren | ~30 % verlassen die Steuerberatung | Pool schrumpft trotz Ausbildung |
| Konkurrenz durch Industrie | Deutlich höhere Gehälter, bessere Work-Life | Wettbewerb um dieselben Kandidaten |
| Offene Stellen bundesweit | Mehrere Tausend dauerhaft unbesetzt | Lange Vakanzen, Überlastung des Teams |
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, DStV-Umfragen, eigene Markterhebungen. Stand: 2025/2026.
Warum so viele ausgebildete Steuerfachangestellte die Branche verlassen
Das eigentliche Problem ist nicht der Nachwuchs. Es ist der Abfluss. Rund 30 Prozent der ausgebildeten Steuerfachangestellten wechseln innerhalb der ersten fünf Jahre in andere Branchen – Industrie, öffentlicher Dienst, Finanzdienstleistung. Die Gründe sind bekannt:
Gehalt unter Markt. Viele Kanzleien zahlen weniger als vergleichbare Stellen in der Industrie – ohne das mit anderen Leistungen zu kompensieren. Das Image der Branche als „schwach zahlend" verfestigt sich.
Schlechtes Außenbild. Steuerberatung gilt als trocken, wenig digital, wenig flexibel. Das schreckt jüngere Fachkräfte ab – auch wenn viele Kanzleien inzwischen anders aufgestellt sind.
Wenig Entwicklungsperspektive. Wer nicht zum Steuerfachwirt will und kein Partner werden kann, sieht in vielen Kanzleien keine klare Karriereoption. Das beschleunigt den Wechsel.
Das Ergebnis: Der Markt an aktiv wechselbereiten Fachkräften wird kleiner, während der Bedarf der Kanzleien gleichbleibt oder wächst.
Was Kanzleien jetzt konkret darauf haben
Auf offene Stellen warten und hoffen, dass sich jemand Geeignetes bewirbt – das war lange der Standard. Es funktioniert nicht mehr. Wer heute auf eingehende Bewerbungen setzt, wartet Monate. Wenn überhaupt etwas kommt.
Was tatsächlich hilft, sind strukturelle Maßnahmen – keine Einmalinvestitionen, sondern Hebel, die über Monate und Jahre wirken.
73 % der wechselwilligen Steuerfachangestellten suchen nicht aktiv. kanzleifit erreicht genau diesen Kandidatenpool – buchen Sie einen Termin.
Termin buchen- →Aktives Recruiting: Kandidaten ansprechen, die nicht suchen – nicht warten, bis sich jemand meldet
- →Employer Branding: Als Kanzlei sichtbar werden – auf Plattformen, in der Region, mit konkreten Inhalten
- →Gehalt am Markt: Wer unter Markt zahlt, filtert sich selbst aus dem Pool heraus
- →Retention ernst nehmen: Wer gute Mitarbeiter hält, muss seltener neu suchen – das spart mehr als jede Recruiter-Provision
- →Spezialisierte Vermittlung: Zugang zu passivem Kandidatenpool, den Stellenanzeigen nicht erreichen
- →Probezeit absichern: Einstellungsgarantie verhindert, dass eine Fehlbesetzung doppelte Kosten erzeugt
Der passive Kandidatenmarkt – und warum er entscheidend ist
Etwa 73 % der wechselwilligen Steuerfachangestellten suchen nicht aktiv. Sie schauen sich keine Stellenanzeigen an. Sie sind nicht auf Jobportalen aktiv. Aber sie wären unter den richtigen Bedingungen offen für einen Wechsel – wenn jemand auf sie zukommt, das Angebot passt und der Zeitpunkt stimmt.
Genau diesen Markt erschließen Stellenanzeigen nicht. Wer nur inseriert, erreicht die 27 Prozent, die aktiv suchen – und um die kämpfen gerade alle anderen Kanzleien auch. Das treibt die Bewerbungsqualität nach unten und die Vakanzdauer nach oben.
kanzleifit arbeitet ausschließlich mit Kanzleien und ist täglich mit wechselwilligen Fachkräften im Gespräch. Nicht aus einer Datenbank – sondern durch aktive Ansprache. Wer eine Stelle zu besetzen hat, kann auf diesen Pool zugreifen, ohne selbst Recruiting betreiben zu müssen.
Fazit: Warten ist keine Strategie mehr
Der Fachkräftemangel in der Steuerberatung ist real, strukturell und er wird nicht von allein verschwinden. Kanzleien, die weiter auf eingehende Bewerbungen warten und Stellenanzeigen als einziges Instrument nutzen, werden in den nächsten Jahren zunehmend in Schwierigkeiten geraten – bei Mandantenkapazität, Teambelastung und Wachstum.
Die Alternative ist kein Hexenwerk: aktiv rekrutieren, gezielt sichtbar werden, gut halten was man hat. Und für die Stellen, die Sie nicht alleine besetzen können, einen Partner nutzen, der den Markt kennt und Zugang zu Kandidaten hat, die Ihre Anzeige nie gesehen haben.
Wie viele wechselwillige Steuerfachangestellte kanzleifit in Ihrer Region aktuell im Pool hat – das erfahren Sie in einem kurzen Termin. Kostenlos.
Termin buchenHäufige Fragen
Wie lange dauert es, eine Kanzleistelle zu besetzen?
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Über klassische Wege vergehen in Steuerkanzleien häufig mehrere Monate zwischen Ausschreibung und erstem Arbeitstag, bei Berufsträgern deutlich länger. Über eine spezialisierte Vermittlung liegt die Zeit bis zur ersten Einstellung bei Ø 21 Tage, weil die Kandidaten bereits bekannt sind, statt erst gesucht zu werden.
Was kostet eine unbesetzte Stelle pro Monat?
+
Realistisch gerechnet wird der entgangene Umsatzbeitrag der Position abzüglich dessen, was das Team intern auffängt, zuzüglich der Überstunden, die dieses Auffangen erzeugt. Für die gängigen Kanzleiberufe lässt sich das im Vakanzkosten-Rechner mit eigenen Zahlen durchrechnen — in der Regel übersteigt der Betrag die Kosten einer Vermittlung nach wenigen Monaten.
Löst KI den Fachkräftemangel in Kanzleien?
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Sie entschärft ihn an den Rändern: Belegerfassung, Vorkontierung und Routineprüfungen werden schneller. Die Verantwortung für Sachverhalte, Mandantenkommunikation und Prüfung bleibt bei Menschen — und genau dort fehlen die Fachkräfte. Digitalisierung senkt also eher den Bedarf an reiner Erfassung als den an qualifizierten Kräften.
Hilft Ausbilden gegen den Mangel?
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Langfristig ja, kurzfristig nicht — und nur, wenn die Kanzlei die Ausgebildeten hält. Wer ausbildet und die Absolventen nach zwei Jahren an Industrie oder größere Häuser verliert, hat den eigenen Engpass nur verschoben. Bindung ist deshalb der eigentliche Hebel neben der Neubesetzung.
Stand: August 2026 · Herausgeber: kanzleifit, eine Marke der Heidemann Elbe GmbH, Hamburg.